Februar 2015: Kunstfälschungen I

Zu den naturwissenschaftlichen Untersuchungen von Kunstwerken, die dafür verwendeten Materialien und Herstellungstechniken, hat sich Prof. Dr. Josef Riederer wie folgt geäußert:

Faelschungen im eigentlichen Sinn, bei denen der Fachmann getaeuscht werden sollte, sind seltener als sogenannte Kopien. Zur Faelschungserkennung nennt er 4 Punkte

  1. die Pruefung des Materials durch die chemische Analyse
  2. die Pruefung der Herstellungstechnik unter dem Mikroskop oder im Roentgenbild
  3. die Untersuchung der Alterungserscheinungen
  4. die Anwendung von Verfahren der absoluten Altersbestimmung, wie der Radiokarbonmethode, der Thermolumineszenzanalyse

Ein Maler aus Niederbayern stand bereits vor ungefähr 40 Jahren im Visir der Ermittler. Gemaelde, im altdeutschen Stil des 16. Jh., zur Zeit Lucas Cranach dem Aelteren und dem Juengeren, sind von Auktionshaeusern mit hohen Summen verkauft worden. Die Internationale Kunstwelt staunte ueber den Maler aus Bayern, seine altmeisterliche Malweise und das Geschick, die stilechten Altersrisse in die Oberflaeche (das “Krakelee”) künstlich erzeugen zu können.

Er betonte seine Unschuld und wollte nicht als Faelscher genannt werden. Er male nur im Stil der alten Meister und haette niemanden getaeuscht. Wenn Dritte daraus Profit schlugen, sei es nicht ihm anzulasten. Die damaligen Ermittlungen wurden eingestellt.

Es gilt die Praemisse, dass nachgeahmt werden kann, dass altes Holz verwendet werden darf und die Bilder verkauft werden dürfen. Nur die Käufer vorsätzlich taeuschen und daraus einen Vorteil ziehen, darf man nicht.

Der Kunsthistoriker Michael Hofbauer aus Heidelberg will neuerlich herausgefunden haben, dass der Maler aus Niederbayern genau das immer wieder gemacht haben soll. Er informierte auch die Ermittler.

Monatsspruch

“Es ist nicht die Aufgabe der Kunst, die Natur zu kopieren, sondern sie auszudruecken.”

Honoré de Balzac

* 20. Mai 1799 in Tours

† 18. August 1850 in Paris

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