Januar 2013: Bildende Kunst - Sammlungen I

Eine Versnissage zur Vorstellung der bei uns befindlichen Sammlungen haben wir für Anfang bis Mitte März diesen Jahres geplant.

Zu den Bildkünsten “Malerei, Zeichnung, Graphik” gibt Max J. Friedländer zur Betrachtung eines Bildes folgenden Rat: “Der erste Eindruck ist tiefer als alle späteren, von anderer Art und von  entscheidender Bedeutung. Die erste Begegnung mit einem Kunstwerk prägt sich ein, schon weil sie mit Erregung verbunden ist. Das Neue, Fremde, Unerwartete, Andere erhöht die Aufnahmefähigkeit des Auges. Und bei wiederholtem Zusammentreffen wirkt jedesmal die Begrüßung am stärksten. Ratsam erscheint es deshalb, lieber zehnmal in zeitlichen Abständen ein Bild je sechs Sekunden lang zu betrachten als einmal eine Minute lang. Unerfahrene Anfänger starren ein Bild so lang an, um es gründlich zu studieren, bis sie nicht mehr sehen, das heißt den Eindruck der Besonderheit nicht mehr empfangen.” (aus Pawlik/Straßner, Bildende Kunst, Begriffe und Reallexikon/Die Bildkünste)

In diesem ersten Monat des neues Jahres drängt es uns, dass wir uns mit multiplen Sammlungen von Zeichnungen und Druckgraphiken beschäftigen. Daher wir in unserer Galerie im Januar und auch im Februar eine Vorschau auf die Ausstellungseröffnung im März 2013 zu sehen sein.

Aus “Pawelik/Straßner” (siehe oben) zitieren wir für zwei unserer Künstler und unterscheiden:

Piero Dorazio: Das Eigentümliche der Druckgraphik besteht in der Wiederholbarkeit des Originals. Abgesehen von ihrer künstlerischen Beschaffenheit und ihrem Sammlerwert, bestimmt die Auflagenhöhe die Verbreitung entscheidend mit. Das graphische Blatt kommt dem Besitzer besonders nahe: Er kann es in die Hand nehmen und betrachten.

Steffen Christophel: Die Zustandsdrucke sind gesuchte Objekte für den Sammler. Der Künstler stellt sie zwischen den einzelnen Arbeitsgängen her, um die Wirkung zu prüfen. Sie geben einen guten Einblick in den Arbeitsprozeß.

Monatsspruch

Was ist die Schönheit anderes als eine Quelle der Lust? Das Lustgefühl ist individuell verschieden und bei verschiedenen Menschen geradezu entgegesetzt; daher erklärt es sich, daß einer etwas für schön hält, was dem anderen häßlich vorkommt.

Stendhal, *23. Januar 1783 in Grenoble, +23. März 1842 in Paris

(eigentlich Marie-Henri Beyle)

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