Januar 2014: Ikonen I

Seit der Eröffnung zur Ausstellung “Kunstmesse” – eine Schau von Werken europäischer Künstler – am 6. Dezember 2013 ist die Galerie stolz auf eine Sammlung von echten alten Ikonen aus Russland und Rumänien.

Diese Kult- und Heiligenbilder der Ostkirche (besonders der orthodoxen) sind meist auf Holz gemalt und kirchlich geweiht. Die Begriffserklärung kommt aus dem Griechischen und bedeutet “Bild oder Abbild”. Abbilder sollen Ehrfurcht erwecken ebenso wie die Verbindung zu Gott.

Die ältesten Ikonen stammen aus dem 6. JH, es sind aber nur wenige erhalten, was auf die Zerstörung durch den byzantinischen Bilderstreit im 9. JH zurückzuführen ist. Die Figuren  waren häufig frontal und axial dargestellt, was der unmittelbaren Beziehung zwischen Bild und Betrachter dienen sollte. Die alten Malstile deuten auf Zweidimensionalität hin, die Perspektive zielt nicht auf die Wirklichkeit hin, sondern auf das Abbild der Wirklichkeit.

Die Farben und Größe der Figuren sind nicht realistisch, sondern haben symbolische Bedeutung. Die dargestellten Personen sind durch landessprachliche Beischriften identifizier, ohne diese Beischriften gelten sie nicht als verehrungswürdig.

Die bei uns ausgestellten Ikonen datieren aus dem 18. und 19. JH. In diesem Monat stellen wir eine russische Ikone aus dem 19. JH vor:

Erzengel Michael mit dem Mandylion Christi

umgeben von den Tierpatronen Florus und Laurus (außen stehend)

sowie von den Heiligen Modestus und Vlasin

Die Echtheit dieser Holzikone aus Russland aus dem 19. JH ist garantiert.

Maße: 33 x 27 cm

Michael, einer der Erzengel, wird als Engel mit dem Schwert überliefert. Er vertrieb Adam und Eva aus dem Paradies, zeigte Hagar die Quelle zur Rettung ihres und ihres Sohnes Leben, rang mit Jakob und teilte das Rote Meer (u.a.). Die Kirche Mont St.-Michel in der Normandie ist ihm geweiht.

Monatsspruch

Ist die Nacht vor Michaelis hell, so soll ein strenger und langer Winter folgen; regnet es aber an Michaelis, so soll der nächste Winter sehr gelind sein.

Eine Bauernregel

Der orthodoxe Gedenktag wird am 8. November gefeiert.

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