Juli 2013: Rahmenstilkunde II

Das Exposé für den Monat Juni enthielt in der Stilkunde die Rahmen der Gotik. Im weiteren Verlauf beschäftigen wir uns wiederum mit der Listung der Rahmen-Fabrik Conzen. Auch in der jetzigen Zeit kann man eine Vorliebe für die Bildereinrahmung mit Rahmen, deren Vorbilder der Renaissance zuzuordnen sind, feststellen. In unserer Galerie kann eine große Anzahl Musterwinkel solcher Rahmen besichtigt werden.

Rahmen der Renaissance (ca. 1400 – 1580)

  • Kennzeichnend für die Renaissance ist der sog. Plattenrahmen, bei dem eine gerade Fläche von Profilen gesäumt wird.
  • Er hat den Vorzug einer einfachen Konstruktion. Die Teile können nahezu in jeder Schreinerei gefertigt werden. Zur Sicherung bedient man sich zweier Konstruktionstechniken, die mitunter auch kombiniert werden: zum einen der Verblattung zum anderen der Verbindung auf Gehrung, für die die Außen- und Innen Profile schräg zugeschnitten und verleimt oder genutet werden müssen.
  • Die schlichte Grundform wird teilweise verziert – es gibt lokale und zeitgebundene Vorlieben.
  • Der Sieneser Rahmen ist eher flächig und zeigt eine lineare Gesamtstruktur.
  • Bei dem Venezianischen Plattenrahmen wird durch eine reiche Ornamentierung vor allem die Mittelbahn des Rahmens hervorgehoben.
  • Der Florentiner Plattenrahmen weist eine stärkere Betonung der Profile auf, die Rahmenfläche tritt räumlich zurück. Dieser Rahmentyp wird ab dem 17. Jh. in ganz Italien führend.

Monatsspruch

Das Bild existiert nur, weil ich es sehe.

Diane Arbus, * 14. März 1923 in New York City, † 26. Juli 1971 in Greenwich Village, New York

X